Kategorien
Adipositas

Grade der Adipositas

Starkes Übergewicht ab einem BMI von 30 wird Adipositas genannt. Der Schweregrad des Übergewichts lässt sich in eine Vorstufe und drei Adipositas-Grade einteilen.

Je nachdem, wie hoch Ihr BMI ist, können Sie sich in eine der Stufen einordnen.

Je h√∂her der Grad der Adipositas, desto h√∂her ist das Risiko f√ľr Folgeerkrankungen und eine verminderte Lebensqualit√§t f√ľr Sie als Betroffener.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zu den unterschiedlichen Adipositas-Graden.     

Bin ich adipös?

Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder √ľbergewichtig sind.

Präadipositas

Die Präadipositas ist genau genommen eine Vorstufe zur Adipositas und wird auch als Übergewicht bezeichnet.

Der BMI liegt hierbei zwischen 25 und 29.9. Das Risiko f√ľr Folgeerkrankungen ist bei Pr√§adipositas laut der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. ‚Äěgering erh√∂ht‚Äú.

Übrigens: Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht und der Körpergröße. Zur Berechnung wird das Gewicht in Kilogramm durch die Größe in Metern zum Quadrat geteilt.

Zus√§tzlich zum K√∂rpergewicht spielt jedoch auch der Bauchumfang eine Rolle f√ľr die Einsch√§tzung der Risiken.

Ein Bauchumfang von √ľber 88 Zentimetern bei Frauen und √ľber 102 Zentimetern bei M√§nnern deutet auf eine abdominale Adipositas hin.

Das Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-St√∂rungen und Stoffwechselerkrankungen ist bei abdominaler Adipositas deutlich erh√∂ht.

Eine abdominale Adipositas wird nicht durch den BMI bestimmt, sondern anhand des Bauchumfangs festgestellt.

Sie kann also auch vorliegen, wenn Sie nach der BMI-Einteilung nicht adip√∂s sind. 

Adipositas Grad I und II

Bei Adipositas Grad I (BMI zwischen 30 und 34,9) und Grad II (BMI zwischen 35 und 39,9) geht die Deutsche Adipositas-Gesellschaft von einem erh√∂hten beziehungsweise hohen Risiko f√ľr Folgeerkrankungen aus.

Mit jedem zus√§tzlichen Kilogramm steigt dabei die Wahrscheinlichkeit, eine der mit Adipositas zusammenh√§ngenden Folgeerkrankungen zu entwickeln. 

Zu den häufigsten Krankheiten, die mit Adipositas auftreten, gehören diese:

  • Diabetes Typ 2
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-St√∂rungen
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt

Adipositas Grad III, Adipositas permagna

Die schwerste Form der Adipositas ist der Grad III, auch Adipositas permagna genannt.

Diese Form des √úbergewichts liegt ab einem BMI von 40 vor. Das Risiko f√ľr Folgeerkrankungen ist sehr hoch.

Auch unangenehme Symptome wie Kurzatmigkeit, √ľberm√§√üiges Schwitzen und Schmerzen in Gelenken nehmen zu. Viele Betroffene leiden unter den folgenden Krankheiten: 

  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Atherosklerose
  • Gelenkverschlei√ü
  • Magen-Darm-Krankheiten
  • Psychische Probleme

Adipositas Grad III sollte dringend behandelt werden. Durch die Behandlung wird das Gewicht verringert, wodurch die Lebensqualit√§t steigt und das Risiko f√ľr weitere Erkrankungen sinkt.

Da bei dem schwersten Grad der Adipositas eine reine Di√§t h√§ufig nicht zum gew√ľnschten Erfolg f√ľhrt, ist in der Regel eine umfassende Behandlung notwendig.

Eine Kombination aus Bewegungs-, Ern√§hrungs- und Verhaltenstherapie f√ľhrt, mit viel Disziplin, zum Verlust von Gewicht.

In Einzelf√§llen wird Adipositas Grad III auch chirurgisch behandelt. Insbesondere wenn bisherige Abnehmversuche nicht erfolgreich waren und der Gewichtsverlust medizinisch dringend notwendig ist, besteht die Chance auf die Kosten√ľbernahme der Operation durch die Krankenkasse.

Bin ich adipös?

Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder √ľbergewichtig sind.

Lebenserwartung mit Adipositas Grad III

Mit dem schwersten Grad der Adipositas steigt auch das Sterberisiko. Da mit Adipositas Grad III die Risiken f√ľr Folgeerkrankungen, die die Organe betreffen, sehr hoch sind, sinkt die Lebenserwartung entsprechend.

Betroffene können eins von vier gesunden Lebensjahren verlieren. Besonders ältere Personen mit Adipositas permagna haben ein erhöhtes Sterberisiko.

Wann √ľbernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Adipositas Grade

Eine operative Behandlung von Adipositas wird nur in Einzelf√§llen durch Krankenkassen √ľbernommen. Die Voraussetzungen f√ľr die Kosten√ľbernahme sind: 

  • BMI von mindestens 40
  • oder BMI von mindestens 35 mit Begleiterkrankungen seit drei Jahren 
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren
  • Mindestens zwei erfolglose Abnehmversuche in Kuren, Rehabilitationen oder unter sonstiger √§rztlicher Aufsicht
  • Keine psychiatrischen oder schwerwiegenden Suchterkrankungen
  • Keine bestehende Schwangerschaft
  • Keine schweren Stoffwechselerkrankungen

F√ľr die Krankenkasse ist wichtig, dass Sie Ihre Bereitschaft zu erkennen geben, Ihren Lebensstil nach der Operation grundlegend zum Positiven zu ver√§ndern.

Hilfreich ist es, den Antrag persönlich abzugeben, sodass Sie dem Sachbearbeiter Ihre Situation persönlich schildern können. 

Gut zu wissen: In Ausnahmef√§llen √ľbernehmen Krankenkassen auch bei einem BMI von unter 35 die Kosten f√ľr einen chirurgischen Eingriff bei Adipositas.

Die Voraussetzung ist, dass gleichzeitig ein schwerer Fall von Diabetes Typ 2 vorliegt.

Was muss der Antrag noch beinhalten?

Ein Antrag zur Kosten√ľbernahme einer Adipositas-Operation muss zun√§chst s√§mtliche √§rztliche Bescheinigungen enthalten.

Hierzu geh√∂ren beispielsweise Bescheinigungen vom Hausarzt und Orthop√§den, MRT-Befunde und psychologische Gutachten. Nachweise √ľber Ern√§hrungs- und Sportkurse geh√∂ren ebenfalls in den Antrag.

Dar√ľber hinaus sollten Sie in einem Motivationsschreiben Ihre Absicht formulieren, Ihre Ern√§hrung und Ihren Lebensstil grunds√§tzlich und nachhaltig zu √§ndern.

Ihre Krankenkasse wird sich weigern, eine Operation zu zahlen, wenn Ihre gute Absicht nicht deutlich zu erkennen ist. F√ľllen Sie den Antrag daher gewissenhaft aus und legen Sie alle Dokumente, die Sie rund um den Verlauf Ihrer Adipositas gesammelt haben, bei.

Fazit

Da Ihre gesundheitlichen Risiken mit dem Grad Ihrer Adipositas steigen, sollten Sie Ihr Übergewicht schnellstmöglich behandeln. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapien.

In Ausnahmefällen kann auch ein chirurgischer Eingriff zur Verringerung des Körpergewichts in Frage kommen. Je schneller Sie den ersten Schritt gehen, desto geringer ist Ihr gesundheitliches Risiko.

Bin ich adipös?

Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder √ľbergewichtig sind.

Caro Klein, Adipositas Selbsthilfe

Caro Klein

Gr√ľnderin Adipositas Selbsthilfe

Zusammen mit Experten, √Ąrzten und Ern√§hrungswissenschaftlern betreut Caro den online Auftritt der Adipositas Selbsthilfe. Anfragen: [email protected]

Quellen

  • https://www.adipositas.org/grade-der-adipositas/
  • https://www.fitundleicht.de/uebergewicht/adipositas/grad-1/
  • https://www.fitundleicht.de/uebergewicht/adipositas/grad-2/
  • https://www.fitundleicht.de/uebergewicht/adipositas/grad-3/
  • https://biomes.world/wissenswertes/abnehmen/adipositas/adipositas-grad/
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97595/So-viele-gesunde-Lebensjahre-gehen-durch-Uebergewicht-und-Fettleibigkeit-verloren
  • https://www.adipositas-zentrum-muenchen.eu/allgemeines/kostenuebernahme.html
  • http://www.adipositas24.de/community/index.php?thread/49548-bespiel-antrag-auf-kosten√ľbernahme-magenband/
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30177479