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Adipositas

Die richtige Ernährung mit einem Magenbypass

Nach einer Magenbypass-Operation müssen Sie Ihre Ernährung stark Ihrem neuen Verdauungstrakt anpassen. Ihr Körper kann Nährstoffe nicht mehr gut aufnehmen, sodass Nahrungsergänzungsmittel nötig sind, während er andere Stoffe wie Alkohol nicht mehr verarbeiten kann.

Halten Sie sich unbedingt an die Empfehlungen Ihres Arztes, um Ihr Gewicht erfolgreich und gesund zu reduzieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Ernährung mit einem Magenbypass gestalten.

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Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder übergewichtig sind.

Die Ernährung direkt nach der Magenbypass-OP

In den ersten Wochen nach dem Eingriff erleben Sie die größte Umstellung. Sie beginnen damit, nur Flüssigkeiten zu sich zu nehmen und steigern sich auf pürierte und breiartige Kost. Erst am Ende der vierten Woche nach der OP können Sie sich, wenn alles gut gelaufen ist, an feste Kost herantasten. 

Phase 1: 1. Woche nach dem Eingriff

ZeitpunktErnährung
1. Tag nach der Operation – nur Wasser oder ungesüßten Tee trinken (bis zu 1.000 Milliliter)
2. Tag nach der Operation– Wasser oder ungesüßten Tee trinken (Menge offen)- ein Joghurt morgens, 1 Joghurt abends
Ab dem 3. Tag nach der Operation– Trinken (Menge offen)- Suppen wie z.B.: klare Brühe, Cremesuppe, pürierte Gemüsesuppe- Joghurt: am besten wenig bis keinen Zucker, wenn möglich Magerjoghurt)- Kein Süßstoff

Phase 2: 2. Bis 4. Woche nach der Magenbypass-OP

Auch in der zweiten bis vierten Woche nach der OP dürfen Sie weiterhin keine festen Speisen essen, sondern Ihre Ernährung besteht aus flüssiger und pürierter oder breiartiger Kost.

Essen Sie fett- und zuckerarm, um Ihre Verdauung nicht zu belasten. Aus dem Grund dürfen Sie auch keine Getränke mit Kohlensäure und keine kohlenhydratreichen Getränke trinken. 

Erlaubt sind in dieser Phase zum Beispiel die folgenden Lebensmittel: 

  • Magerjoghurt (Natur oder mit Fruchtpüree)
  • Weichgekochtes und mit der Gabel zerdrücktes Gemüse
  • Hafer- oder Grießbrei ohne Zucker
  • Weiche Banenen
  • Weiche Eier
  • Babykost
  • Käse mit niedrigem Fettgehalt
  • Püriertes Fleisch und Geflügel

Sie beginnen erst am Ende der vierten Woche nach der OP langsam mit fester Kost. Hierbei sollten Sie bedenken, dass Sie nur kurzfaseriges und proteinreiches Weißfleisch wie Huhn oder Fisch essen sollten.

In dieser Phase nehmen Sie Medikamente nur als Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen ein. Gegen Schmerzen helfen Metamizol-Tropfen (Novalgin) oder Paracetamol. 

Gut zu wissen: Vermeiden Sie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Rheumamittel, Ibuprofen, Diclofenac und Voltaren. Diese Mittel greifen Ihren Magen an und können zu Geschwüren oder Darmperforationen führen. 

Phase 3: Ab der 4. Woche nach der OP / Umstellung

In dieser Phase stellen Sie langsam auf feste Koste um und bereiten die Ernährungsumstellung zur „Normalernährung“ vor. Sie dürfen nicht vergessen, dass Ihr Magen jetzt sehr klein ist und sie nur sehr wenig Nahrung auf einmal zu sich nehmen können.

Sie sollten daher vermeiden, gleichzeitig zu essen und zu trinken, weil dadurch im Magen zu viel Volumen in Anspruch genommen wird. 

Tipp: Vermerken Sie in einem Ernährungstagebuch, falls bei bestimmten Nahrungsmitteln Unverträglichkeiten auftreten. Versuchen Sie, diese Nahrungsmittel zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu essen.

Möglicherweise hat sich die Unverträglichkeit dann schon gelegt.

Auf stark zuckerhaltige Produkte sollten Sie unbedingt verzichten, weil es ansonsten durch das Dumping-Syndrom zu Kreislaufprobleme, Schweißausbrüchen und Durchfall kommen kann.

Auch Alkohol sollten Sie keineswegs trinken, weil Ihr Körper ihn zu schnell aufnimmt und somit die Gefahr einer Leberzirrhose besteht.

Ihr Essen sollten Sie gut kaufen und langsam zu sich nehmen. Probieren Sie fettarmes Fleisch, Eier, fettarmen Käse und gekochte Früchte. Zum Frühstück eignen sich Magerjoghurt, ungezuckerte Cornflakes und Toast. Sobald ein Sättigungsgefühl eintritt, sollten Sie aufhören zu essen.

Nicht vergessen: Trinken ist wichtig! Nehmen Sie pro Stunde ungefähr 150 bis 300 Milliliter Flüssigkeit zu sich, um Ihren Körper gut zu versorgen.

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Phase 4: Die Ernährung mit dem Magenbypass

Generell sollte Ihnen immer klar sein: Sie können nach der Magenbypass-OP nur noch extrem wenig Nahrung auf einmal zu sich nehmen. Essen Sie zu viel, kann es zu Schmerzen und Erbrechen kommen.

Versuchen Sie deshalb, nur drei Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen und auf Zwischenmahlzeiten zu verzichten. Ihre Ernährung sollte aus gesunder und ausgewogener Mischkost bestehen. 

Tipp: Benutzen Sie möglichst wenig Fette, Mayonnaise und Öle. Vermeiden Sie außerdem zuckerhaltige Getränke.

Von nun an müssen Sie sich an die folgenden Regeln halten: 

  • Sobald ein Sättigungsgefühl eintritt, hören Sie auf zu essen. 
  • Essen Sie langsam und kauen Sie gut. 
  • Essen und trinken Sie nicht gleichzeitig. 
  • Trinken Sie bis zu 300 Milliliter Wasser und andere ungesüßte Getränke pro Stunde.
  • Vermeiden Sie Alkohol und Zucker. 
  • Zitrusfrüchte essen Sie nur gekocht als Kompott, da ansonsten ein Darmverschluss droht. 

Mögliche Mangelzustände ausgleichen

Weil ein großer Teil Ihres Dünndarms im Verdauungsprozess umgangen wird, können wichtige Nährstoffe nicht aufgenommen werden. Diese Nahrungsbestandteile müssen Sie nun als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, da sonst Mangelerscheinungen drohen.

Ihr Arzt wird Sie zu den Nahrungsergänzungsmitteln beraten, die Sie einnehmen müssen. 

Zu den Nährstoffen und Vitaminen, die Sie als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen müssen, gehören die folgenden: 

  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Eiweiß
  • Kalzium 

In regelmäßigen Blutuntersuchungen wird überprüft, ob Sie Mangelerscheinungen haben.

In den ersten zwei Jahre nach der Magenbypass-OP werden die Untersuchung alle drei Monate durchgeführt, später sind sie nur noch alle sechs oder zwölf Monate nötig.

Gallensteine durch die Gewichtsabnahme

Sie verlieren mit dem Magenbypass relativ schnell sehr viel Gewicht, was bei einigen Patienten zur Bildung von Gallensteinen führt. Informieren Sie bei diesen Symptomen sofort Ihren Arzt:

  • Starke, krampfartige Bauchschmerzen, insbesondere am rechten Rippenbogen
  • Gleichzeitig Übelkeit und Krankheitsgefühl

Fazit

Leider ist es mit der Magenbypass-Operation an sich nicht getan. Nach dem Eingriff kommen gerade auf dem Gebiet der Ernährung große Veränderungen auf Sie zu, die viel Disziplin und Eigenmotivation erfordern.

Sie müssen aktiv mitwirken und durch Ihr Essverhalten den Erfolg der Operation unterstützen. Dazu gehört auch, dass Sie die Empfehlungen Ihres Arztes hinsichtlich Ihrer Ernährung erst nehmen und befolgen.

Bin ich adipös?

Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder übergewichtig sind.

Caro Klein, Adipositas Selbsthilfe

Caro Klein

Gründerin Adipositas Selbsthilfe

Zusammen mit Experten, Ärzten und Ernährungswissenschaftlern betreut Caro den online Auftritt der Adipositas Selbsthilfe. Anfragen: [email protected]

Quellen

  • https://dr-rosenthal.com/ernaehrung-nach-magenbypassoperation-schlauchmagenbildung/