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Spätfolgen und Nebenwirkungen einer Magenbypass-OP

Eine Magenbypass-OP gehört für die Chirurgen in deutschen Kliniken zwar fast schon zum Routine-Programm, sollte aber keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Falls Sie über einen Magenbypass nachdenken, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie Ihr Leben und vor allem Ihre Ernährung nach dem Eingriff drastisch ändern müssen.

Außerdem sollten Sie sich über die möglichen Spätfolgen und Nebenwirkungen einer Magenbypass-OP informieren. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zu den Problemen, die nach dem Eingriff auftreten können. 

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Probleme nach dem Magenbypass

Nach der Magenbypass-OP verlieren die meisten Patienten erfreulicherweise sehr schnell sehr viel Gewicht. Für den Großteil geht das allerdings nicht ohne Komplikationen einher: Die Mehrzahl hat nach dem Eingriff dauerhaft Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen und Völlegefühl.

Zusätzlich leiden viele unter Muskelschwund und Nährstoffmangel, was schlapp und müde machen kann.

Das sogenannte Dumping-Syndrom tritt bei zwei Drittel aller Patienten auf, deren Magen verkleinert wurde. Dabei fällt der Blutdruck ab, weil Speisebrei unkontrolliert in den Darm stürzt und deswegen Wasser aus den Blutgefäßen in den Darm strömt.

Es drohen Schwindelattacken, bei denen Betroffene möglicherweise unglücklich hinfallen können, wenn sie sich nicht rechtzeitig setzen oder hinlegen. 

Spätfolgen reduzieren

Die gute Nachricht ist: Sie selbst können viel dafür tun, Spätfolgen nach der Magenbypass-OP zu reduzieren.

Ihre Ernährung und Ihr Verhalten spielen eine große Rolle, denn Ihr Magen ist nach der Operation sehr klein, sodass Sie nur noch wenig Nahrung auf einmal aufnehmen können.

Außerdem wird durch den Bypass ein großer Teil des Verdauungsprozesses umgangen, weshalb Sie gezielt Nahrungsergänzungsmittel, die Nährstoffe enthalten, zu sich nehmen müssen. Durch diese Maßnahmen können Sie Spätfolgen reduzieren: 

  • Halten Sie sich an Ihre Vorgaben zu Nahrungsergänzungsmitteln. 
  • Essen Sie nur sehr kleine Mengen und kauen Sie gut.
  • Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten. Stattdessen essen Sie, wenn möglich, drei kleine Portionen am Tag. 
  • Trennen Sie Essen und Trinken. 
  • Trinken Sie ausreichend viel, aber keine Getränke mit Kohlensäure. 
  • Vermeiden Sie zucker- und fetthaltige Speisen. 
  • Essen Sie Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen nur in gekochter Form als Kompott. 
  • Essen Sie ausgewogen und vitaminreich.
  • Nehmen Sie nicht dauerhaft Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Rheumamittel, Diclofenac, Voltaren und Ibuprofen. 

Übrigens: Nach dem Eingriff lassen Sie Ihr Blut zunächst in kleineren, späteren in größeren Abständen kontrollieren, sodass Sie keine Mangelerscheinungen haben. Nehmen Sie diese Termine für Ihre eigene Gesundheit wahr.

Kann es dennoch zu Mangelzuständen kommen?

Wenn Sie alle vorgegebenen und mit Ihrem Arzt abgesprochenen Empfehlungen einhalten, kommt es nur selten zu Mangelzuständen.

Trotzdem sollten Sie in regelmäßigen Bluttests kontrollieren lassen, ob Ihr Körper ausreichend Nährstoffe aufnimmt. Auch, wenn Sie sich plötzlich unwohl fühlen oder schlapp sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. 

Zu den gängigen Nahrungsergänzungsmitteln nach einem Magenbypass gehören: 

  • Eiweiß
  • Kalzium
  • Salze
  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Eisen

Fazit

Nach der Magenbypass-Operation beginnt für viele erst die echte Arbeit. Sie müssen Disziplin beweisen und motiviert sein, um das Gewicht, das Sie in den Monaten nach der OP verlieren, nicht wieder zuzunehmen.

Ihr verkleinerter Magen zwingt Sie dazu, nur noch wenig Nahrung aufzunehmen und rächt sich mit Schmerzen, falls Sie ihn überlasten. Halten Sie sich also an die Vorgaben Ihrer Ärzte und hören Sie auf Ihren Körper, der Ihnen durch Schmerzen Warnsignale gibt. 

Bin ich adipös?

Fragen Sie sich, ob Sie unter Adipositas leiden? Testen Sie Ihren Body-Mass-Index (BMI) und erfahren Sie in wenigen Sekunden, ob Sie unter-, normal-, ideal- oder übergewichtig sind.

Caro Klein, Adipositas Selbsthilfe

Caro Klein

Gründerin Adipositas Selbsthilfe

Zusammen mit Experten, Ärzten und Ernährungswissenschaftlern betreut Caro den online Auftritt der Adipositas Selbsthilfe. Anfragen: [email protected]

Quellen

  • https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Beschwerden-nach-einer-Magenverkleinerung-behandeln,magenbypass104.html
  • https://dr-rosenthal.com/ernaehrung-nach-magenbypassoperation-schlauchmagenbildung/