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Adipositas

Magenbypass Vorher/Nachher

Vor dem Magenbypass habe ich lange mit mir gerungen, bis ich entschieden habe, die OP durchf√ľhren zu lassen. Pers√∂nlich kannte ich Leute, bei denen der Eingriff nicht den gew√ľnschten Erfolg gebracht hat oder die sogar mit Komplikationen zu k√§mpfen hatten.

Letztendlich muss ich aber sagen, dass der Magenbypass f√ľr mich der richtige Weg war. Meine Erfahrungen teile ich, damit allen klar wird, dass die OP an sich allerdings erst der Anfang der Arbeit ist.

Bin ich adipös?

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Vorher: Schwei√üausbr√ľche und Knochenschmerzen bei 160 Kilo

Bevor ich mich f√ľr den Magenbypass entschieden habe, war ich schon lange stark √ľbergewichtig und hatte viele Di√§tversuche hinter mir. Ich konnte mein Gewicht immer wieder reduzieren, die Kilos kamen aber schnell wieder zur√ľck. Langfristig konnte ich das geringere Gewicht nie halten.¬†

Lange habe ich meinen schlechten Gesundheitszustand geleugnet, bis mir klar wurde, dass ich schleunigst handeln muss.

Ich hatte Schmerzen in den Gelenken, Atemnot bei geringer Belastung und war komplett durchgeschwitzt, sobald ich mich etwas bewegt habe. 

Die OP war der letzte Schritt nach den vielen Versuchen, abzunehmen. Niemand sollte diese Entscheidung leichtfertig treffen, schließlich ist der Magenbypass ein schwerer Eingriff und bedeutet, dass sich das Leben radikal verändert.

Nachher: Die Kilos purzeln, aber der Kopf muss mitarbeiten

Nach der OP ging die Gewichtsabnahme sehr schnell, innerhalb von acht Wochen war ich schon 25 Kilo los. Kein Wunder, schlie√ülich isst man in den ersten Wochen nur Brei und P√ľriertes und nat√ľrlich sind S√ľnden verboten, weil sie den Verdauungstrakt komplett √ľberlasten w√ľrden.

Mithilfe des Magenbypass konnte ich mein Gewicht von 160 Kilo auf schlanke 85 Kilo reduzieren. 

Ich habe viel Sport gemacht, um die Gewichtsabnahme zu unterst√ľtzten und mich nat√ľrlich an die strengen Ern√§hrungsvorgaben gehalten. Die wenigen Male, die ich zu viel gegessen habe, hat sich mein Bauch direkt mit Kr√§mpfen ger√§cht.

Die Disziplin fiel mir anfangs noch sehr leicht, doch mit der R√ľckkehr des Alltags und der Normalit√§t habe ich zwei Jahre nach der OP wieder angefangen, zuzunehmen. Die Waage hat nach einiger Zeit wieder √ľber 100 Kilo angezeigt.

Mir ist jetzt also klar: Der Magenbypass kann sehr gut unterst√ľtzen, mehr aber nicht. Die eigentliche Arbeit muss im Kopf passieren, der sein komplettes Verhalten √§ndern muss.

Was nach der Magenbypass-OP wirklich wichtig ist

Nach dem Eingriff geht die Gewichtabnahme sehr, sehr schnell. Später wird es schwieriger, das neue Gewicht zu halten. Ich habe festgestellt, dass mich der Magenbypass extrem herausfordert und ich die Konsequenzen unterschätzt habe. 

Allen, denen der Eingriff noch bevorsteht, möchte ich daher mit auf den Weg geben, dass kein Weg daran vorbeigeht, sein Leben nach der OP drastisch zu verändern.

Ich muss mich immer wieder aufs Neue daran erinnern, die Ern√§hrungsumstellung umzusetzen. Heute bestelle ich mir nicht mehr un√ľberlegt eine Pizza, nur weil ich keine Lust habe zu kochen.

Wenn es schnell gehen soll, gibt es einen Salat. Die Zutaten habe ich immer im K√ľhlschrank und die Zubereitung dauert nicht l√§nger als die Pizza gebraucht h√§tte.¬†

Dazu kommen die psychischen Faktoren: Heute wiege ich wesentlich weniger als noch vor meiner OP, aber meine Psyche ist mit der Veränderung noch nicht ganz hinterhergekommen.

Im Kopf bin ich immer noch extrem dick und bekomme Angst, wenn es beim Termin nur St√ľhle mit Armlehnen gibt ‚Äď ich denke dann immer, dass ich nicht reinpasse.

Ich möchte nun mehr daran arbeiten, mein Selbstbild zu erneuern, sodass ich stolz auf meinen neuen Körper bin. 

Nat√ľrlich muss sich jeder Einzelne auch damit besch√§ftigen, dass es Nebenwirkungen geben kann. Manche leiden nach der Magenbypass-OP st√§ndig unter Kr√§mpfen und Bauchschmerzen, andere verlieren kaum Gewicht.

Auch der Eingriff an sich ist, wie jede Operation, mit Risiken verbunden. Mein Arzt hat mich gut √ľber Risiken und Nebenwirkungen aufgekl√§rt, sodass ich mich gut informiert gef√ľhlt habe.¬†

Bin ich adipös?

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Fazit

Eine Magenbypass-OP ist ein schwerer Eingriff, weswegen mir die Entscheidung daf√ľr nicht leicht viel. Letztendlich bin ich froh, dass ich es durchgezogen habe:

Durch den Eingriff wurde ich zu einer Ernährungs- und Lebensumstellung, die ich vorher nicht umsetzen konnten, gezwungen.

Vorher habe ich jedoch den psychischen Aufwand, der danach auf jeden zukommt, untersch√§tzt und dachte, meine Gewichtsprobleme w√ľrden sich durch den Bypass wie von alleine l√∂sen. Heute kann ich jedem raten:

Sehen Sie den Magenbypass als Unterst√ľtzer und stellen Sie sich darauf ein, Ihre Ern√§hrung und Ihr Leben drastisch √§ndern zu m√ľssen.

Caro Klein, Adipositas Selbsthilfe

Caro Klein

Gr√ľnderin Adipositas Selbsthilfe

Zusammen mit Experten, √Ąrzten und Ern√§hrungswissenschaftlern betreut Caro den online Auftritt der Adipositas Selbsthilfe. Anfragen: [email protected]